THE ROSE

THE ROSE 2022, 190x105cm, Acryl auf Leinwand

Manche sagen, die Liebe sei wie eine Blume.

Ich dachte, sie sei hart und schmerzvoll, denn sie machte von außen den Anschein. Aber das stimmt nicht. Hart und kalt erschien sie nur, weil sie so oft enttäuscht wurde.

Sie wollte uns allen nur ein Gefühl von Sicherheit geben. Sie wollte, das wir glaubten, sie habe alles unter Kontrolle und niemand müsse sich Sorgen machen – so wie sie es jahrzehntelang getan hat.

Weil sie so oft enttäuscht wurde, wollte sie sich auf niemanden mehr verlassen. Und deswegen hat sie zuletzt diejenigen von sich weggestoßen, die ihr eigentlich am meisten bedeuteten – aus Angst, dass sie selbst von ihnen weggestoßen würde, wenn sie sich zu weich und zu bedürftig zeigt.

THE ROSE erinnert uns daran, dass die Dornen, die uns am meisten verletzen, diejenigen sind, die wir aus unseren Unsicherheiten entwickelt haben. Und die dafür sorgen, dass wir von außen nicht mehr berührt werden, weil andere Angst davor haben, sich weh zu tun, wenn sie unser Herz berühren.

Es hat sich herausgestellt, dass Liebe ganz anders ist. Sie verlangt nicht, dass wir uns anders geben, als wir wirklich sind. Sie will gar nicht, dass wir uns verbiegen und uns nur mit den Eigenschaften zeigen, die wir selbst an uns für liebenswert halten.

Wenn wir uns nicht als diejenigen zeigen, die wir wirklich sind, wird sich auch die Liebe nicht als diejenige zeigen, die sie wirklich ist.

Dann wird man uns höchstens in eine Vase stellen, sodass man unsere Dornen nicht sieht, und aus der Ferne unsere Schönheit bewundern – bis wir verwelkt sind.

Dieses Bild ist meiner Oma gewidmet, die im August 2022 verstarb.

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